Arbeitgeberattraktivität – Was MitarbeiterInnen anzieht
Unternehmen müssen heutzutage einiges bieten, um die besten Talente anzulocken und auch auf Dauer zu halten. Doch welche Faktoren sind es, die einen attraktiven Arbeitgeber ausmachen?
Wer wünscht sich nicht einen Job, der
Spaß macht, gut bezahlt ist und vielleicht
sogar die Möglichkeit bietet, sich selbst zu
verwirklichen? Umgekehrt sind Unternehmen
darauf angewiesen, kompetente und
motivierte MitarbeiterInnen zu finden, um
langfristig erfolgreich zu sein.
Geld allein macht nicht glücklich
Was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht,
hängt in letzter Konsequenz von
den subjektiven Erwartungen einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters ab. Zahlreiche
Studien, die sich mit den unterschiedlichsten
Aspekten von Arbeitgeberattraktivität
befasst haben, nennen folgende
Faktoren, die einen "Employer of Choice"
ausmachen: angemessene Entlohnung,
interessante Tätigkeits- und Aufgabenbereiche,
Karriere- und Aufstiegsperspektiven
innerhalb des Unternehmens,
Trainings- und Weiterbildungsangebote,
eine ausgeglichene Work-Life-Balance, ein
gutes Betriebsklima, Wertschätzung und
Anerkennung, Klarheit und Transparenz
in der Kommunikation und Information, flexible Arbeitszeitmodelle, Familienfreundlichkeit
etc. Fringe Benefits, also freiwillige
Nebenleistungen wie betriebliche Gesundheits-
oder Altersvorsorgeprogramme
gewinnen laut einer Aon-Hewitt-Studie
ebenfalls an Bedeutung.
Interessant ist, dass dem Gehalt zwar eine
wichtige, aber nicht alles entscheidende
Rolle beigemessen wird, wie u.a. Studien
des Great Place to Work® Institutes
belegen. Was sich MitarbeiterInnen
primär wünschen, sind nicht die großen
Incentives, sondern die beschriebenen
"soften" Aspekte. Besonders hoch im Kurs
stehen dabei laut der Trendstudie "Future
Jobs", die das deutsche Zukunftsinstitut
im Auftrag der DIS AG durchgeführt hat,
flexible Arbeitszeitmodelle, eine sinnstiftende
Tätigkeit, der Wunsch nach Freiheit,
Individualität und Selbstverwirklichung
sowie ein interessantes Netzwerk von
KollegInnen.
Das Great Place to Work® Institut beschreibt
einen attraktiven Arbeitsplatz als
einen Ort, an dem die MitarbeiterInnen
"den Menschen vertrauen, für die sie
arbeiten, stolz sind auf das, was sie tun,
und Freude an der Zusammenarbeit mit
anderen haben". Außerdem nennt das
Great Place to Work® Institut fünf Dimensionen,
auf die es ankommt: Glaubwürdigkeit,
Respekt, Fairness, Stolz und Teamorientierung.
Employer Branding – das Unternehmen als Marke
Firmen mit hoher Anziehungskraft haben
im "War for Talents" einen entscheidenden
Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt. Um
die "richtigen" BewerberInnen anzuziehen,
ist es im Sinne eines gelungenen Employer
Branding wichtig, das Image eines
Unternehmens optimal zu kommunizieren.
Je besser es ein Unternehmen versteht,
sein Leitbild präzise und glaubwürdig
darzustellen, umso eher wird es geeignete
potenzielle MitarbeiterInnen ansprechen.
Die "Marke Attraktiver Arbeitgeber" wirkt
jedoch idealerweise auch nach innen:
Bestehende MitarbeiterInnen, die sich mit
dem Unternehmen identifizieren können,
sind in der Regel motiviert, zeigen Engagement
und Commitment und bleiben ihrem
Arbeitgeber länger erhalten als unzufriedene
MitarbeiterInnen. Glaubwürdigkeit ist
die wichtigste Grundlage, um die Marke
Attraktiver Arbeitgeber zu etablieren, d.h.
das Unternehmen muss halten, was seine
Marke verspricht, wenn es nicht die Kosten
einer hohen MitarbeiterInnenfluktuation
oder die Folgen eines Imageverlusts tragen
will.
Employer Branding hat sich als Unternehmensstrategie
vor dem Hintergrund der
Knappheit an Fach- und Führungskräften
entwickelt. Unternehmen, die sich am Arbeitsmarkt
erfolgreich als attraktive Arbeitgeber positionieren, haben einerseits eine
quantitative und qualitative Zunahme an
BewerberInnen und können andererseits
Kosten für das Recruiting reduzieren. Eine
Arbeitgebermarke transportiert Unternehmensphilosophie
und -werte, die für potenzielle
BewerberInnen erkennbar sein sollen.
Nur in der erfolgreichen Kommunikation
der Einzigartigkeit eines Unternehmens
und indem potenzielle BewerberInnen die
Schnittstelle Unternehmen und Persönlichkeit
erkennen können, kann Employer
Branding Wirkung und Ziel als Recruitinginstrument
nicht verfehlen.
Social Media auf dem Vormarsch
Immer mehr Unternehmen nutzen soziale
Netzwerke wie Facebook, Xing, LinkedIn,
Twitter, Youtube etc., um sich als
attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.
Mit Online-Profilen, Videos, Podcasts,
MitarbeiterInnen-Blogs etc. erreichen sie
die Zielgruppe der 25- bis 40-Jährigen
auf direktem Wege. Ein weiterer Vorteil:
Potenzielle BewerberInnen können auf
unkomplizierte Weise sofort Kontakt mit
dem Unternehmen aufnehmen oder die
Informationen an Interessierte ihres Netzwerkes
weiterempfehlen. Aber Achtung:
Wer über Social-Media-Kanäle Unternehmen
kontaktiert, muss bedenken, dass
diese damit Einblicke in das eigene Profil
erhalten. BewerberInnen sollten sich daher
gut überlegen, was sie über sich preisgeben
möchten.
